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22.04.2021

Der Blick nach oben lohnt sich. Historische denkmalgeschützte Jugendstil-Glasdecke von 1910 erfolgreich restauriert

Die Stiftung Denkmalpflege förderte die Restaurierung.

Sie ist 111 Jahre alt, 50 Quadratmeter groß, besteht aus fast 400 Einzelglasscheiben in verschiedenen Formaten und besitzt in Hamburg und Deutschland einen hohen Seltenheitswert. Seit März 2019 wurde die denkmalgeschützte Jugendstil-Glasdecke von 1910 dank fachlicher Expertise und finanzieller Unterstützung von Denkmalschutzamt und Stiftung Denkmalpflege Hamburg für insgesamt rund 150.000 Euro in der Werkstatt des Denkmalschutzamtes restauriert. Ihren eigentlichen Platz hat sie aber in einer früheren Fleischerei in einem denkmalgeschützten Wohn- und Geschäftshaus im Eppendorfer Weg. Dort wird sie nun wieder eingebaut.

In dem Ladengeschäft im Eppendorfer Weg, das früher eine Fleischerei war und heute von einer Agentur genutzt wird, findet man noch die gesamte Wand- und Deckendekoration, die aus Fliesen mit Jugendstilschmuck und der Glasdecke besteht. Die aufwendig bemalte Decke ist in der Technik der Hinterglasmalerei gestaltet. Hierbei wurden Ölfarbe und Vergoldungen rückseitig aufgemalt. Die Glasfelder werden von gläsernen Schmuckleisten gerahmt, die wiederum mit goldenen Pflanzenmotiven verziert und an den Ecken mit kleinen Glasplatten mit gusseisernen Zierknöpfen versehen sind. Es handelt sich um einen filigranen, handwerklich aufwändigen Deckenschmuck wie er für die Fleischereien im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts typisch war, heute in Deutschland jedoch nur noch selten anzutreffen ist.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die historische Glasdecke ist ein wundervolles Beispiel dafür, dass Denkmalschutz nicht an der Außenfassade eines Gebäudes aufhört. Oft hat uns auch das Innenleben eines Denkmals viel zu erzählen und birgt wahre Denkmalschätze. Denkmalschutzamt und Stiftung Denkmalpflege Hamburg haben sich hier gemeinsam für den Erhalt dieser 111 Jahre alten Jugendstil-Glasdecke eingesetzt, die Dank der Expertise der Restauratorinnen nun hoffentlich mindestens weitere 111 Jahre das Ladengeschäft im Eppendorfer Weg schmücken wird.“

Irina von Jagow, Geschäftsführerin der Stiftung Denkmalpflege Hamburg: „Ein seltenes und besonders repräsentatives Beispiel für die handwerkliche und künstlerische Qualität der Ausstattung von Ladengeschäften des Einzelhandels im frühen 20. Jahrhundert konnte mit Hilfe der Stiftung Denkmalpflege Hamburg gerettet werden.“

Im „Speicher für Restaurierung und Kommunikation“ in der Speicherstadt widmete sich Amtsrestauratorin Ruth Hauer-Buchholz in den vergangenen zwei Jahren zusammen mit den freien Restauratorinnen Petra Klier und Andrea Junken der Herausforderung, Ölfarben und Blattgold auf den zwei bis drei Millimeter dünnen Glasscheiben von grobem Schmutz und Staub zu befreien. Die Malschicht wurde in Feinarbeit wieder an den Glasträgern befestigt und Fehlstellen retuschiert. Mit dem Abschluss der Restaurierung und dem Wiedereinbau der Glasdecke konnte ein rares Zeugnis einer kostbaren historischen Ladenausstattung aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg erhalten werden.

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Photo: Petra Klier
Photo: Petra Klier
 
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