Die Gebäude im Bäckerbreitergang/Dragonerstall sind die letzten Überreste der historischen Bebauung der dicht bevölkerten Gängeviertel und ein wichtiges Zeugnis Hamburger Geschichte. Die Häuser Bäckerbreitergang Nr. 51 – 58 wurden im 18. und 19. Jahrhundert in typischer traditioneller Hamburger Fachwerkbauweise als Buden- und Sahlbebauung errichtet. So entstand das Bild der drei nebeneinanderliegenden Eingangstüren, die direkt in die Erdgeschosswohnung bzw. durch die mittlere Tür über eine schmale Stiege in den, im ersten Stock liegenden, Sahl führte. An der Pflasterung der Straße lässt sich noch heute die Enge des ursprünglichen Gangs ablesen.
Der Name Dragonerstall geht auf das Pferdestallgebäude zurück, das dort 1711 zur besseren Absicherung der Stadt für die Dragoner errichtet wurde. Die biedermeierlichen Stadthäuser, die hier heute zu sehen sind, wurden jedoch erst Anfang des 19. Jahrhunderts (Dragonerstall 9 – 10) bzw. um 1820 (Dragonerstall 11 – 13) erbaut. Sie sind mit Backstein verblendet und gehören zu den seltenen noch erhaltenen Fachwerk-/Backsteinbauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert in der Hamburger Neustadt.
Als dem denkmalgeschützten Ensemble der Verfall drohte, kamen die Gebäude 1978 in das Eigentum der Hamburger Denkmalstiftung. Diese bewahrte die Häuser vor dem Abriss, sanierte sie und erhält sie seither als bezahlbaren innerstädtischen Wohnraum. Teile der Räumlichkeiten am Dragonerstall sind an ein Frauenhotel vermietet und beherbergen außerdem die Geschäftsstelle der Stiftung.
FASSADENSANIERUNG 2023/2024
In den Jahren 2023 und 2024 hat die Hamburger Denkmalstiftung die Fassaden des Gebäudeensembles Bäckerbreitergang / Dragonerstall umfassend instandgesetzt, um dieses bedeutende Relikt des historischen Hamburger Gängeviertels zu bewahren. Grundlage der Arbeiten war ein denkmalpflegerischer Ansatz, der auf den größtmöglichen Erhalt der Originalsubstanz abzielt und Eingriffe auf ein minimalinvasives Maß beschränkt.
In Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt wurden Schäden an Fachwerk und Mauerwerk behoben, Dachanschlüsse abgedichtet sowie Entwässerungselemente wie Regenrinnen und Fallrohre repariert bzw. erneuert. Ergänzend erfolgte die Instandsetzung von Fenstern und Türen. Während der Sanierung kamen teilweise erhebliche, zuvor verborgene Schäden zum Vorschein, die zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung der Gebäudestatik erforderlich machten. Insgesamt trugen die Instandsetzungsarbeiten wesentlich zur Standsicherheit der Gebäude bei und verbesserten zugleich ihren Schutz vor Witterungseinflüssen.
Für die Gesamtmaßnahme wurden rund 1,15 Millionen Euro aufgewendet. Ermöglicht wurde die Umsetzung auch durch Fördermittel der Hermann Reemtsma Stiftung und der Hubertus Wald Stiftung.

Adresse
Bäckerbreitergang 49 – 58 / Dragonerstall 9 – 13
Neustadt




